Mehr Kapazitäten und volle Auftragsbücher

Mehr Kapazitäten und volle Auftragsbücher


Bis auf zwei Projekte, die in Königsee im Dezember ihren Abschluss finden sollen, ist die Retrofit-Europa GmbH inzwischen im Gehrener Gewerbegebiet eingezogen. Der Umzug war eine Herausforderung, wie Geschäftsführer Andreas Mathes gesteht.

Kraftakt wurde vollzogen

Schon am Werkstor im Gehrener Gewerbegebiet lässt sich leicht erkennen: Hier hat sich etwas getan. Am früheren Werkstor eines Automobilzulieferers macht ein Schild darauf aufmerksam, wer jetzt hier tätig ist. Die Retrofit Europa GmbH hat sich nach fehlenden Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten am Altstandort Königsee im Gelände der SZW Prophet eingemietet.

Retrofit-Geschäftsführer Andreas Mathes ist froh, dass der Umzug vollzogen nun ist, obgleich er ein Kraftakt war. Schon im Oktober war die Verwaltung in die Schobse umgezogen, wenige Wochen später „rückte“ die Produktion nach. Von 1800 Quadratmetern Arbeitsfläche in Königsee stehen nun laut Andreas Mathes rund 5000 Quadratmeter zur Verfügung. Während der Boden in der Werkshalle mit blauen Streifen bereits in verschiedene Bereiche und damit zugleich Projekte eingeteilt ist, werden in Sichtweite noch die Malerpinsel geschwungen: Die Sanierung sprich Renovierung der Räume, in denen Schreibtische stehen beziehungsweise Aufenthaltsräume entstehen werden, läuft parallel zum Tagesgeschäft. Positive Resonanz habe die Verlagerung des Unternehmens auch bei der Kundschaft gefunden, fügt Mathes hinzu. Denn mit dem Standort Gehren sei man ein Stück weiter in die Mitte Thüringens und näher an die Autobahn gerückt.

Personell aufgestockt

Die 2011 in Königsee als Ein-Mann-Unternehmen gegründete Firma sorgt mit viel Know-how dafür, dass aus alten Maschinen„hüllen“ hochmoderne Technik wird. Dazu hat man bei Retrofit eine eigene Entwicklungsabteilung, die mit Steuerungstechnik, Robotik und Automatisierungstechnik Maschinen zeitgemäßes Leben eingehaucht. Volle Auftragsbücher über das Jahr 2019 hinaus zeigen, dass dieser besondere Service gefragt ist, da die Anschaffung neuer Technik für Firmen oft nicht nur teurer und aufwendiger, sondern auch langwieriger ist.

Wegen der erheblichen Nachfrage und der Firmenerweiterung hatte Andreas Mathes auch in Sachen Mitarbeitergewinnung eine Großoffensive gestartet: Ganz sind die Wünsche nach personeller Verstärkung laut Geschäftsführer bislang noch nicht aufgegangen. Trotz etlicher Bewerbungen, aber nicht immer geeigneter Bewerber gibt es nun zu den vorhandenen 30 Mitarbeitern sechs neue Arbeitskräfte, zwei davon verstärken inzwischen die Verwaltung. Vier Männer für den Werkstattbereich bilden sich außerdem gerade für das neue Geschäftsfeld Widerstandsschweißen weiter, bei dem man mit dem in der Branche führenden Unternehmen Bosch-Rexroth zusammenarbeitet. Ab Januar 2019 stehen in der Gehrener Werkhalle die ersten Projekte bei Retrofit ins Haus, wie Mathes ankündigt. Künftig möchte er in diesem Geschäftsfeld die Projekte verdoppeln.

TU-Kooperation gewünscht

Aber auch im Bereich Automatisierungstechnik hat das Unternehmen große Pläne: Jüngste, kostenintensive Investition in Gehren ist die Anschaffung eines Fanuc Industrieroboters. Mit ihm sollen künftig bei der Maschinenumrüstung und -erneuerung Wege verkürzt, Arbeitsschritte automatisiert erledigt werden. Hier könnte sich Andreas Mathes für die Zukunft vorstellen, mit der Technischen Universität Ilmenau zusammenzuarbeiten, um im Rahmen eines Projektes die ganze Bandbreite dieses Industrieroboters auszuschöpfen.

Bildbeschreibung: In drei Monaten sorgt unter anderem Matthias Weiß dafür, dass eine längst überholten Alt-Maschine zu einer vollautomatischen Profilschleifmaschine umgebaut wird. Foto: b-fritz.de