Aus alt wird hochmodern

Aus alt wird hochmodern


Nachhaltigkeit ist das Schlagwort der Gegenwart geworden. Selbst in der Maschinenbau-Branche hält der Trend Einzug. Davon profitiert die Retrofit-Europa GmbH, die jetzt ins Gehrener Gewerbegebiet zieht, um sich zu vergrößern.

Als Ein-Mann-Unternehmen gegründet

Nachdem das 2011 in Königsee als Ein-Mann-Unternehmen gegründete Unternehmen wegen ungeklärter Altlasten-Verhältnisse seine Pläne auf eine Vergrößerung im Rinnetal begraben musste, hieß es, sich nach neuen Möglichkeiten umzusehen. Maßgeblich unter dem logischen Ziel, in der Mitte Deutschlands zu bleiben, denn Auftraggeber hat die Retrofit Europa GmbH aus dem gesamten Bundesgebiet. „An einem Standort in Gehren waren wir schon länger interessiert“, erklärt Geschäftsführer Andreas Mathes, fand aber nichts in passender Größe. Schließlich rückte eine Halle des ehemaligen Dura-Werkes, das heute im Besitz der SZW Prophet GmbH ist, in den Fokus des Geschäftsführers. Auf dreifach größerer Produktionsfläche als in Königsee soll es nun am neuen angemieteten Standort im Gehrener Gewerbegebiet nahtlos weitergehen. Die Nachfrage nach moderner Technik hält an; was die Lieferzeiten für Neumaschinen deutlich verlängert, weiß Mathes, dessen Firma heute 30 Mitarbeiter hat und einen ausgelagerten Servicebereich. „Die Anschaffung neuer Technik zieht nicht selten, beispielsweise bei Werkzeugmaschinen auch Umbauten in den Werkhallen nach sich. Neue Fundamente bedeuten mitunter großen Aufwand“, erklärt Mathes den Vorteil der Überholung von vorhandener Technik. Der preisliche Aspekt beim Vergleich Neukauf oder Überholung komme noch hinzu. „Allerdings ist das, was hier bei Retrofit passiert mehr als eine Überholung: Mit eigener Entwicklungs- sprich Ingenieursabteilung wird alten Maschinen„hüllen“ hochmodernes Know How – mit Hilfe von Steuerungstechnik, Robotik und Automatisierungstechnik – und damit neues Leben eingehaucht.“ Die Erneuerung vergleicht der Firmenchef mit einer Kernsanierung eines Hauses: Zerlegt bis ins kleinste Teil beziehungsweise zur letzten Schraube wird anschließend mit eigens, nach Kundenwunsch entwickelten Elementen wieder zusammengefügt.

Volle Auftragsbücher

„Die Auftragsbücher für 2019 sind voll; für 2020 sieht es ähnlich aus“, schaut Andreas Mathes zuversichtlich ins nächste Jahr. Gerne würde man noch mehr Aufträge annehmen, was dafür fehlt sind momentan Mitarbeiter. Um Mechaniker, Servicetechniker wie Elektrotechniker oder Elektroingenieure für den neuen Standort wirbt die Firma derzeit überall. „Bis zu 20 Mitarbeiter können in den nächsten Monaten hier in Lohn und Brot gehen“, wünscht sich der Geschäftsführer aus der Oberpfalz und wirbt mit guten Ein- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Alte Technik wird veredelt

Die Idee, Technik nicht nur zu reparieren, sondern wie Mathes gern sagt, „zu veredeln“, hat sich die Retrofit auf die Fahnen geschrieben. Bei den Kunden aus allen Branchen – von der Automobilindustrie bis hin zum Haushaltswarenhersteller – zählen zu seinen Auftraggebern, sagt Mathes, zählt Bosch Rexroth, Siemens und Daimler auf.

In Gehren ist inzwischen auch schon das erste Projekt in Arbeit, während zwei Aufträge noch zu Ende zu führen sind. Die Verwaltung folgt bereits nach Gehren, und bis zum Jahresende wird das Gelände im Königseer Gewerbegebiet leergezogen sein.

Bildbeschreibung: Ihr Alter wird man der Drehmaschine, die Mitte der 1980-er Jahre gebaut wurde, nach ihrer Überholung nicht mehr anmerken, sind sich Andreas Mathes, Geschäftsführer von Retrofit Europa GmbH und Mitarbeiter Marco Weidner (l.) sicher. Foto: Franke